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Artikel aus der Kategorie ‘Aktuell’

Reil sucht noch eine Weinkönigin – wer hat Lust?

AUF DER SUCHE NACH EINER WEINKÖNIGIN FÜR REIL

Spätfrost

Nach dem Austrieb der Reben beschäftigt die Winzer immer wieder ein Thema: Spätfrost.

Befindet sich die Rebe in ihrer Winterruhe,  können ihr Temperaturen unter Null nichts anhaben. Sind jedoch die ersten Triebe ausgetrieben, so wird es kritisch. Jetzt führt Frost zum sofortigen Absterben der grünen Pflanzenteile.

So geschah es in der letzten Nacht. Besonders die jüngeren Reben und jene, die schon etwas weiter ausgetrieben sind, hat es besonders schlimm getroffen.

 

Frost im Spätburgunder

Die genauen Verluste lassen sich nur schwer schätzen. Klar ist jedoch, dass wir dieses Jahr nicht mit einem blauen Auge davon kommen werden.

Geschmack von gesunder Natur und Herkunft

Denkt man an guten Wein, so denkt man fast automatisch auch an seine Herkunft und die Prägung, die der Wein von seiner Herkunft mitgegeben bekommt.

In diesem Zusammenhang fällt dann auch häufig der Begriff Terroir. Dieser Begriff fasst im Grunde alle Einflüsse zusammen, die die Reben beeinflussen und dem Wein bestimmte einzigartige Eigenschaften zukommen lassen.

Wein & Schiefer

Wein & Schiefer

Prägend für unsere Moselregion ist, dass wir im Vergleich zu anderen Weinbauregionen ein kühles Klima haben. Dieser Umstand wirkt sich auf die Reife der Trauben aus. Die Ernte im Moseltal ist meistens später beendet als in südlicheren Anbaugebieten. Im Geschmack glänzen Moselweine auch ohne viel Alkohol, und die Frische und Saftigkeit bereiten höchste Trinkfreude.

Neben dem Klima ist der Boden, auf dem die Rebe wächst, ein sehr wichtiger Einfluss, der sich im Wein bemerkbar macht. Hier ist die Mosel vor allem für ihre Schieferböden bekannt, die in verschiedensten Formen und Farben das Moseltal prägen.

Gerne wird von der Art des Gesteins der Geschmack abgeleitet, dabei lohnt sich der Blick in den organischen Teil des Bodens. Denn ein gesunder und guter Boden mit einem hohen Humusgehalt bringt Vorteile für den Wein und unsere Umwelt.

Humusreiche Böden können mehr Wasser speichern, das heißt, dass bei Starkregen weniger Erde abgeschwemmt wird. Der Boden hält mehr Wasser und die Reben oder andere Pflanzen können besser an das Wasser gelangen.

Neben dem Wasser werden natürlich auch Nährstoffe und Spurenelemente gespeichert, ein Vorteil, der den Reben zu Gute kommt.

Befindet sich das Bodenleben im Gleichgewicht, wirkt sich das natürlich auch auf die Gesundheit der Reben aus. Die Pflanzenkommunikation, die die Rebe über Wurzelausscheidungen betreibt, kann ungestört ablaufen und die benötigten Nährstoffe sind für die Rebe zugänglich.

Ein weiterer Punkt, der für die Verbesserung von Böden spricht, ist, dass Humus ein enormer CO2 Speicher ist. Durch den Aufbau von Humus lässt sich also unsere Atmosphäre entlasten und die Weinqualität steigern.

Seit wir vor sechs Jahren auf Bioweinbau umgestellt haben, arbeiten wir stets an der Verbesserung unserer Böden. Zum einen arbeiten wir mit artenreichen Begrünungen, von denen wir schon öfters auf dieser Seite berichtet haben. Zum anderen wollen wir verstärkt qualitativ hochwertigen Kompost verwenden.

Und so kam es, dass wir in der letzten Woche in verschiedenen Weinbergen Kompost ausgebracht haben. Bei dieser Arbeit wurden schon Pläne geschmiedet, wie wir den Ablauf des Kompostierens und der Ausbringung in der Zukunft verbessern können. Denn es bedarf einiges an Wissen, um aus organischen „Abfällen“ hochwertigen Dünger für die Landwirtschaft zu bereiten.

Dazu mischen wir Grünschnitt, Pferdemist, Trester und Pflanzenkohle wie wir bereits in diesem Artikel berichteten http://www.arnswein.de/2016/09/03/klimafarming-an-der-mosel/.

 

Produktion von Terra Preta für den Weinberg

Kohle und Kompost

Diese Mischung ergibt nach der Verrottung einen wunderbaren Dünger für unsere Reben, mit dem wir Stück für Stück unsere Böden verbessern können. Vielleicht ist es eines Tages so weit, dass unsere Reben sich so wohl fühlen, dass wir ihnen nur noch beim Gedeihen zuschauen müssen und im Herbst die reifen Früchte ernten, die den Geschmack von gesunder Natur und ihrer Herkunft in sich tragen.

Bis es so weit ist, arbeiten wir weiter an diesem Traum und laden Sie herzlich dazu ein, unsere Weinberge zu besuchen und sich ein Bild von unseren Weinen zu machen. Oder Sie bestellen sich zum Frühlingsanfang ein Frühlingspaket zu sich nach Hause.

Lob von der Fachpresse

Beim Weingenuss steht in aller erster Linie der eigene Geschmack im Vordergrund. Bereitet ein Wein Trinkfreude und ist bekömmlich, stammt dazu noch aus gesunder Natur und ist handwerklich erzeugt, hat man es mit einem Spitzenwein zu tun.
Wichtig ist selber herauszufinden, welchen Wein man bevorzugt und nicht blind den zahllosen Auszeichnungen und Medaillen zu vertrauen, mit denen so viele Weine dekoriert und geschmückt sind.
Trotzdem freuen wir uns über den kleinen Artikel im Weinführer Eichelmann 2017: Eichelmann2017Bewertung

And the Golden Choir

Im Sommer 2015 besuchte uns der Musiker AND THE GOLDEN CHOIR zwischen zwei Supportshows für Calexico und Patti Smith. Schnell war klar, dass wir es mit einem Weinliebhaber zu tun haben. Ein spannender Austausch bei der ein oder anderen Flasche begann und wir lernten, wieviel Wein und Musik gemeinsam haben. So entstand die Idee, wir müssen zusammen arbeiten, denn Musik und Wein verbinden eben.
And the Golden Choir macht wunderschöne Melodien und legt dabei auch viel Wert auf „Handarbeit“: Das heißt, echte Instrumente selber einspielen. So entsteht authentische echte Musik, die gerade deshalb so gut zu unserem Wein passt. Das Ergebnis unserer Zusammenarbeit gibt es hier im Shop: Golden Choir Alte Reben

Passend zum Namen der Band stammt der Wein aus der Reiler Goldlay von unseren ältesten Rieslingreben. Hier wachsen kleine aromatische Trauben. Die Menge ist limitiert und jede Flasche von Hand nummeriert.

AND THE GOLDEN CHOIR

Und damit es demnächst auch die passende Musik zum Wein gibt, haben wir ab nächster Woche auch das aktuelle Album Another Half Life im Angebot. Alle Ungeduldigen können aber hier schon fündig werden.

Goldener Oktober

Diese Bilder müssen wir einfach festhalten. Weil es jedes Jahr so schön ist.

Schöne Grüße von der Mosel

Goldener Oktober from Alex Arns on Vimeo.

Endlich Herbst und schon fast wieder vorbei

Wir sind in der letzten Phase der Traubenlese.  Nach dem schwierigen Frühsommer mit unendlich vielem Regen war von vorneherein klar, dass es ein kleiner Herbst wird. Viele Fässer werden leer bleiben. Doch auf Regen folgt auch wieder Sonne. Und so hat  der September mit seinen vielen Sonnenstunden wieder vieles gut gemacht. Die Trauben sind auf den Punkt genau gereift. Mit unserem kleinen Leseteam konnten wir in Handlese die feinsten Trauben ernten. Weiter geht es noch in dieser Woche mit goldgelben süssen Rieslingtrauben aus der Reiler Falklay und dem Filetstück Reiler Goldlay.

Hier die schönsten Bilder:

Grauburgunder 2016

Grauburgunder 2016

Spätburgunder 2016

Spätburgunder 2016

Most läuft

Most läuft

Mittagspause

Mittagspause

Nebel im Briedeler Weißerberg

Nebel im Briedeler Weißerberg

Klimafarming an der Mosel

Wie wir mit Pflanzenkohle CO2 speichern und damit unsere Weinberge verbessern.

Üppige Vielfalt zwischen den Reben

Üppige Vielfalt zwischen den Reben

 

Blühende Begrünung zwischen den Reben, Schmetterlinge und Bienen flattern und brummen durch die Reihen. Hier und da sieht man einen Hasen, der sich an dem satten Klee erfreut. So ein Bioweinberg hat schon etwas für sich und ist ein großer Gewinn für die Natur.

Denn abgesehen davon, dass hier ein vorzüglicher Wein wächst, wirkt sich unser Weinberg positiv aufs Klima aus.

Ein humusreicher Boden ist ein wahrer CO2-Fresser und entlastet unsere Atmosphäre. Verstärken lässt sich dieser Effekt mit dem Einsatz von Pflanzenkohle in Verbindung mit Kompost. Für alle, die sich das Thema ganz genau anschauen möchten, empfehle ich die Seite des Ithaka Instituts (http://www.ithaka-journal.net/inhalt/klimafarming?lang=de).

Hier kann man alle Fakten, Vorteile, Anwendungen und vieles mehr zum Thema Pflanzenkohle in Erfahrung bringen.

Seit ich im Rahmen meines Studiums die Möglichkeit hatte, im Ithaka Institut mitzuarbeiten, beschäftige ich mich gerne mit der Pflanzenkohle und versuche sie in unseren Weinbergen einzusetzen.

Hier nun die wichtigsten Fakten über Pflanzenkohle in der Landwirtschaft zusammengefasst:

  • lässt sich aus allen organischen Dingen herstellen wie z.B. Grünschnitt, Holz und Pflanzenreste
  • hat eine hohe Stabilität im Boden und bleibt über sehr lange Zeiträume stabil
  • verlagert CO2 aus der Atmosphäre in die Erde
  • die Emission von Treibhausgasen aus landwirtschaftlichen Böden kann verringert werden
  • der Einsatz von Pflanzenkohle macht sich in folgenden Bereichen eines Bodens bemerkbar:
    • Wasserhaltekraft
    • Nährstoffverfügbarkeit
    • Kationenaustauschfähigkeit
    • physikalische Eigenschaften eines Bodens
    • Mikrobiologie eines Bodens

Diese Liste beinhaltet noch nicht alle Eigenschaften von Pflanzenkohle. Wie erwähnt, können Sie sich auf der Seite des Ithaka Journals noch tiefer in das Thema einlesen.

Fest steht, dass die genannten Eigenschaften sehr interessant sind und sich für den Einsatz im Weinbau sehr gut eignen.

Seit der Veröffentlichung der im Ithaka Institut entwickelten Kon-Tiki, haben wir endlich das passende Werkzeug, um in entsprechendem Maße Pflanzenkohle herzustellen. Bei einer Kon-Tiki handelt es sich um einen von unten geschlossenen Kegelmeiler, der es auf einfache Art und Weise umweltfreundlich ermöglicht, Kohle von homogener Qualität herzustellen.

Biochar in Produktion

Biochar in Produktion

die erste eigen Biokohle

die erste eigene Biokohle

 

Begonnen hat alles mit einem selbstgegrabenen Erdmeiler. Hier wurden Rebschnitt und Reben verbrannt, anschliessend abgelöscht. Das Ergebnis war jedoch noch verbesserungswürdig.

Als nächstes wurde mit einem ausgemusterten Traubentrichter experimentiert. Dieser kam dem Vorbild des Ithaka Instituts schon sehr nah und brachte tolle Ergebnisse. Leider war er noch sehr klein und brachte nicht die gewünschte Menge hervor.

rauchfreie und saubere Pyrolyse

rauchfreie und saubere Pyrolyse

Zum Glück fanden wir während eines Kundenbesuches in Norddeutschland auf einem Wertstoffhof einen Trichter in runder Form mit grösserem Durchmesser. Dieser wurde von dem Schlosser unseres Vertrauens noch etwas modifiziert und mit einer Vorrichtung für den Gabelstapler (zwecks besserer Entleerung) versehen.

per Zufall gefunden

per Zufall gefunden

und mit nach Hause genommen

und mit nach Hause genommen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Brennstoff verwenden wir alles, was im Weinberg als Rest anfällt. Vor allem alte Reben gerodeter Anlagen eignen sich hervorragend für die Kon-Tiki und können ohne vorher geschnitten verbrannt werden.

optimaler Rohstoff für Pflanzenkohle

optimaler Rohstoff für Pflanzenkohle

Das Feuer brennt absolut rauchfrei. Die Flammen sind leuchtend orange. Ist das Feuer einmal richtig im Gange, lässt sich auch nicht trockene Biomasse zu Kohle pyrolisieren. Hier ein kurzes Video:Pyrolyse in Zeitlupe

Die gewonnene Kohle macht einen guten Eindruck und ist sehr porös. Lediglich die Größe der einzelnen Stücke könnten kleiner sein, da sich die Kohle dann besser vermischen würde.

poröse Konsistenz und eine enorme Oberfläche

poröse Konsistenz und eine enorme Oberfläche

Die fertige Biokohle wird dann mit einem Gemisch aus Pferdemist und Trester vermischt und kompostiert. Hierbei findet das sogenannte Aufladen der Kohle statt. Die Poren der Kohle werden von Milliarden von Mikroorganismen bevölkert. Ausserdem speichert die Kohle die Nährstoffe und Wasser, was sie zu einem besonderen Bodenverbesserer macht. Ist dieser Dünger in den Boden eingebracht, entsteht die sogenannte Terra Preta, die für südamerikanische Hochkulturen die Ernährung sicherstellte.

voller Leben und allem was die Rebe braucht

voller Leben und allem was die Rebe braucht

nach der Kompostierung duftet es nach Waldboden

nach der Kompostierung duftet es nach Waldboden

 

Nach Zugabe der Kohle ist kein Geruch des Kompostes festzustellen. Nach einiger Zeit und öfterem Durchmischen duftet der Kompost nach Waldboden. Auf den ersten Blick offenbart sich das Leben, was sich im Kompost abspielt. Er ist voller roter Würmer, die zum Durchmischen beigetragen haben. Des weiteren finden sich etliche andere Kleinstlebewesen in einer Hand guten Kompost.

 

Mit der Zeit und steigender Erfahrung fallen uns immer mehr Kniffe ein, die Produktion unserer eigenen Terra Preta zu optimieren. Die ersten Versuche in unseren Weinbergen laufen bereits. Überzeugt hat uns nicht nur der positive Effekt auf unsere Weinbergsböden sondern auch die Chance zur positiven Beeinflussung unserer Atmosphäre. Denn wir Landwirte erfahren extreme Wettersituationen als Erste.

Die Kohle, die in unserer Kon-Tiki hergestellt wird, hält den Klimawandel nicht auf.  Aber es ist ein Anfang und vielleicht eine Motivation für andere, auch mit Pflanzenkohle zu arbeiten. Und wenn es nur im eigenen Garten ist.

Regenwetter

verregnete Weinberge

verregnete Weinberge

Zur Zeit wird die Weinbergsarbeit vom Regenwetter eingeschränkt. Die Reben wachsen kräftig und benötigen Pflege, allerdings muss man immer wieder ins Weinbergsauto  flüchten, um den nassen Regenmantel zu wechseln und die schlimmsten Regengüsse abzuwarten. Wir hoffen, dass das Wetter sich bald bessert.

Bienen im Weinberg

 

fleissiges Bienchen

fleissiges Bienchen

Im Weinberg brummt es! Die Winterbegrünung in unseren Junganalagen hat begonnen zu blühen. Vor allem die Rübsen sind eine frühe Attraktion und ein Anziehungsmagnet für Bienen und andere Insekten.

Folgendes Video zeigt Bienen beim Sammeln von Pollen und Nektar in Zeitlupe:

 

 

 

Hier geht es zum Video: Biene auf einer Rübsenblüte