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Von heißen Steinen und guten Weinen

Welch ein Sommer! Sonne, heiße Tage und laue Sommernächte. Ein Sommer wie man ihn sich vorstellt. Viele Gäste besuchen zur Zeit die Mosel und erfreuen sich an der Landschaft. Da die Mittagssonne zu heiß zum Radeln oder Wandern ist, sieht man viele, die sich ein schattiges Plätzchen an der Mosel suchen um einfach ihre Seele baumeln zu lassen. Abends haben wir zur Zeit viele Weinproben mit interessierten Menschen.

Die Arbeit im Weinberg lässt langsam nach, denn die Trauben beginnen schon weich zu werden. Die sogenannte Veraison hat begonnen. Das bedeutet, dass das Wachstum der Früchte abgeschlossen ist und nun die Reife eintritt. Dabei wird die Säure abgebaut, die Süße und das Aroma werden gebildet. Ungewöhnlich früh wie alle Entwicklungen in der Natur in diesem Jahr.Als wir im Mai eine frühe Blüte prognostizierten, hätten wir nicht gedacht, dass es so früh werden würde. Die diesjährige Hitze erinnert uns an die Reiler Sage, die der Teufel angeblich verursacht haben soll. Diese Sage hat ein gutes Ende, mit ein wenig Regen zwischendurch können wir das sicher auch von dem 2018er Jahrgang sagen.

Denn Wassermangel ist hier und da schon ein ernstes Thema bei den Reben. Während alte Reben, die ihre Wurzeln schon tief in die Erde gegraben haben, keine Probleme mit der Trockenheit haben, sieht man bei jungen Reben schon erste Anzeichen der Trockenheit. Dauert dieser Wassermangel an, dann läuft die Entwicklung der Trauben nicht richtig weiter und es werden Stoffe zum Schutz der Pflanze gebildet, die sich unter Umständen negativ im Wein bemerkbar machen.
Ein zu warmes und trockenes Jahr ist ebenso problematisch wie ein kühles und nasses. In der Natur geht es eben immer um eine Balance, die sich später im Wein ausdrückt.
Also rücken wir mit einem großen Wasserfass aus und geben dort, wo es kritisch wird, jeder Pflanze etwas Wasser.

Kommen wir nun zu unserem neusten Wein, dem Pinot Blanc Orange.
Pinot Blanc Orange? Waren da Orangen im Spiel?

Nein, bei einem Orangewein handelt es sich um einen Wein aus weißen Trauben, die wie beim Rotwein im Ganzen, also mit der Schale, vergoren wurden. Des weiteren sind Orangeweine oft unfiltriert und ungeschwefelt abgefüllt. Ist das ein moderner Trend, der auch bald wieder verschwinden wird? Ja und nein, denn diese Art der Weinherstellung ist wohl die älteste Art um Wein herzustellen. Das Geschmackserlebnis ist ein anderes wie das, dass wir von unseren anderen Weinen kennen. Erster Unterschied: die auffällige Farbe: leuchtendes Bernstein mit funkelnd orangen Reflexen, ein wahrer Hingucker. Sein Aroma geht in Richtung von gedörrten Pflaumen, Birnen, Heu und Nüssen. Der Geschmack ist ganz trocken und erinnert an einen feinen leichten Rotwein mit einem zarten Tanningerüst.

Für viele, die Ihn bisher verkostet haben, war klar, dass er sich klassisch als Aperitif eignet um einen schönen Abend zu starten. Andere würden ihn zu kräftigen Gerichten oder einer Käseplatte ausschenken. Wir haben festgestellt, dass er ein guter Begleiter für späte Stunden ist, in denen man mit seinen engsten Freunden die Sterne betrachtend über die schönen Dinge des Lebens philosophiert.
Wir freuen uns auf viele weitere Meinungen über diesen außergewöhnlichen Naturwein.